19 | 09 | 2019

Die Restaurierung der Urne und der Deckschale aus Grab V

Die Urne und Deckschale wurden Anfang 1998 in der Restaurierungswerkstatt Andreas Rettel / Renate Frölich restauriert und sind seitdem mit den Beigabengefäßen im Stadttormuseum Wehrheim ausgestellt. Die Kosten der Restaurierung nebst anschließendem Bau einer eigenen Vitrine für das archologische Kulturgut wurden dankenswerter Weise durch die Gemeinde Wehrheim, dem Geschichts- und Heimatverein Wehrheim sowie anderen Spendern übernommen.

Um die Restaurierung der Gefäße möglichst zu vereinfachen, wurde bereits bei der Bergung der Keramikscherben während der Ausgrabung darauf geachtet, dass sie nach ihrer jeweiligen Lage (West- oder Osthälfte), Schicht und Zusammengehörigkeit verpackt wurden. Eine Vorarbeit, die durch die Restauratoren bei Anlieferung lobend honoriert wurde, da es ihre Arbeit beim Wiederaufbau der Gefäße doch sehr erleichterte. Zudem minderte es ihren Zeitaufwand und senkte somit die Restaurierungskosten.

Viele bereits vom groben Schmutz vorsichtig gereinigte Scherben ließen die beiden Gefäße nach und nach wieder in ihrer ästhetischen Schönheit als "3-D-Puzzle" erstehen.

Anlieferung der vorgereingten Keramikscherben.

Zunächst ausbreiten, sichten und nochmalige intensive Reinigung der Scherben
(hier Teile der Deckschale), anschließend wurden sie mit einem acetonlöslichen
Festiger gehärtet.

Vor dem Zerfall befindliche Scherben (hier eine Bodenscherbe der großen Urne) wurden aussortiert und als "Problemfälle" gesondert behandelt.

Nach der Härtung kam die Puzzlearbeit. Glücklicherweise konnte zwischen dem Bodenteil der Deckschale und den Randscherben der Schale eine Verbindung hergestellt werden, so dass eine vollständige Restaurierung des Gefäßes möglich war.

Bei der Urne gab es diesbezüglich keine Schwierigkeiten.

Nach dem Zusammensetzen folgte das Schließen der Lücken in den Gefäßen mit Gips...

 


... deren Trocknung, ...

... Kollorierung und fertig!

Fotos: A. Rettel, R. Frölich, Kriftel und Fam. Etzel, Wehrheim, Bearbeitung: E. Laufer

 



Fragen zur Restaurierung der Gefäße oder Restaurierung im Allgemeinen?

 

Dann wenden Sie sich bitte an:

Restaurierungsatelier Renate Frölich
Georg-Büchner-Str. 11
55129 Mainz
Tel.: 0170-5911802
mailto: JLIB_HTML_CLOAKING

oder den

Verband der Restauratoren e.V.